Der Geruchssinn ist stärker als der Verstand

der duft karl olsbergMan nennt es auch den „vergessenen Sinn“: Unser olfaktorisches System, mit dem wir Gerüche aufnehmen und verarbeiten, ist das am meisten unterschätzte Sinnesorgan. Die menschliche Nase kann etwa 10.000 verschiedene Gerüche unterscheiden. Wir können ein einziges Milligramm des Knoblauch-Duftstoffs Methylmercaptan aus 25 Millionen Kubikmetern Luft „herausriechen“ – fünfmal so viel, wie in die größte freitragende Halle der Welt passt.

Der Geruchssinn ist sehr eng mit unserem Gefühlssystem verbunden. Gerüche wecken oft Erinnerungen in uns, die schon sehr lange zurück liegen, und können sehr starke Emotionen auslösen. Es ist zum Beispiel viel schwerer, üblen Gestank zu ertragen als Lärm oder erschreckende Bilder. Angenehme Gerüche dagegen lösen Wohlbefinden und Sympathie aus – die Grundlage für die Parfümindustrie.

Der Einfluss des Geruchssinns ist oft sehr subtil. Um einen Geruch wahrzunehmen, reicht ein Fünfzigstel der Konzentration aus, die wir brauchen, um den Geruch benennen zu können. Manche Gerüche, die so genannten Pheromone, nehmen wir überhaupt nicht bewusst wahr. „Der Geruchssinn ist stärker als der Verstand“ weiterlesen