Das Anti-Jojo-Prinzip von Prof. Dr. Ingo Froböse

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Bild für Das Anti-Jojo-Prinzip

Wieder ein Buch, das Schlankwerden verspricht: Ingo Froböse, Das Anti-Jojo-Prinzip. Der einzige Unterschied zu Bücher wie Schlank im Schlaf oder Schlank ohne Sport: Das Buch verspricht, dass man auch anhaltend schlank bleibt, wenn man sich an die Ratschläge des Buches hält. Einmal abnehmen – und das für immer. Das klingt doch wie ein Märchen, oder? Das muss ich ausprobieren, dachte ich mir.

Was ist der Jo-Jo-Effekt?

Zuerst wollte ich den Jo-Jo-Effekt verstehen. Die Wikipedia weiß dazu einiges. Kurz zusammengefasst bezeichnet der Jo-Jo-Effekt die schnelle Gewichtszunahme nach einer Reduktionsdiät. Dann fasten die Leute wieder und anschließend geht das Gewicht wieder in die Höhe. Wie beim Jo-Jo: auf und ab und auf und ab. Das Schlimme: Bei manchen Diätfreunden geht das Endgewicht noch über das Ausgangsgewicht in die Höhe. Seltsam, wie erklärt sich das?

Die Grundlage für den Effekt wird in der Kindheit und Jugend gelegt. Je nach Verhalten bilden sich bei jungen Menschen Fettgewebezellen, die sich bei der Gewichtszunahme nur mit Fett füllen. Waren wir schon als Kinder oder Jugendliche übergewichtig, haben wir ein Leben lang mit dem Thema Gewicht zu kämpfen, weil die einmal gebildeten Fettgewebezellen nicht verschwinden, wenn wir hungern, sondern nur nicht gefüllt werden.

Fasten wir nun während einer Diät, führen wir dem Körper weniger Energie zu, als er verbraucht. Die Fettgewebezellen leeren sich. Nimmt man nach einer Diät wieder die alten Ernährungs- und Lebensgewohnheiten auf, füllen sich die Fettgewebezellen erneut, ja sogar schneller, weil der Grundumsatz des Körpers herabgesetzt ist. Grundumsatz? Das ist die Energiemenge, die ein Körper pro Tag bei völliger Ruhe benötigt, um seine Funktionen aufrechtzuerhalten. Kann man den Grundumsatz steigern, kann man abnehmen ohne zu fasten. Man muss sich den Körper ähnlich einem Motor vorstellen: Wenn wir ihn auf höhere Touren bringen, verbrennt er mehr Energie und wir nehmen ab. Professor Dr. Ingo Froböse spricht im Buch Das Anti-Jojo-Prinzip davon, dass wir einen aktiven Turbo-Stoffwechsel brauchen. Den können wir erreichen, wenn wir unsere Ernährungsgewohnheiten umstellen und uns gezielt bewegen. Denn Bewegung ist besser als fasten. Bewegung bringt unseren Körper auf Touren und auch im Ruhezustand bleibt unser Körpermotor auf höheren Drehzahlen, wenn wir uns regelmäßig bewegen.

Das Anti-Jojo-Prinzip ist wissenschaftlich fundiert. Zahlreiche neuere Studien belegen den Zusammenhang von bewusstem Genuss und gezielter Bewegung. Und das Schöne: Man nimmt nicht nur ab, sondern wird auch fit und leistungsfähig. Prof. Dr. Ingo Froböse muss es wissen. Er ist nämlich Professor für Rehabilitation und Prävention im Sport an der Deutschen Sporthochschule Köln, wo er das „Zentrum für Gesundheit“ leitet. Als ausgewiesener Experte auf dem Gebiet berät er den Bundestag, verschiedene Krankenkassen, Versicherungsträger und Gesundheits- wie Wellness-Zeitschriften.

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Das Anti-Jojo-Prinzip im Selbstversuch

Okay, dachte ich. Alles schön und gut. Aber funktioniert das auch? Probieren geht über Studieren, dachte ich. Und begann langsam abzunehmen. Langsam, denn wenn man mehr als ein bis zwei Kilo pro Monat abnimmt, springt sofort der Jojo-Effekt wieder an, weil der Körper wie in Panik die Kalorien noch besser ausbeutet als zuvor. Ich habe mich also langsam und schonend von den Kilos getrennt, über viele Monate. Gleichzeitig begann ich meinen Stoffwechsel anzukurbeln und Muskeln aufzubauen. Auch ganz langsam. Dafür habe ich mir einen Heimtrainer angeschafft, den ich zwischen zwei und viermal in der Woche nutze. Wichtig ist dabei nicht, möglichst stramm in die Pedale zu treten, sondern Spaß am Trainieren zu gewinnen. Dazu höre ich während des Trainings Hör-CDs und fühle mich so nicht unter Zwang, Sport üben zu müssen. Auch die Essensumstellung und die Umstellung der Lebensweise sind wichtige Faktoren. Aber auch da bin ich nicht forsch vorgegangen, sondern in kleinen Schritten. Dass ich heute gerne Gemüse esse, hätte ich vor einem Jahr noch nicht gedacht.

Aber was schreibe ich hier? Lesen Sie das Anti-Jojo-Prinzip selbst und machen Sie Ihre eigenen Erfahrungen. Das Buch ist 2012 zum ersten Mal erschienen. Seit gut zwei Jahren lebe ich in etwa danach. Im ersten Jahr nahm ich 17 Kilogramm ab. Im zweiten Jahr habe ich nochmal ungefähr drei Kilogramm abgenommen und dieses Gewicht halte ich jetzt schon seit langer Zeit. Es schwankt natürlich immer um ein bis zwei Kilo, aber einen Jo-Jo-Effekt stelle ich nicht mehr fest.

Das Anti-Jojo-Prinzip gibt es jetzt seit ein paar Wochen als günstige Weltbild-Ausgabe: Greifen Sie zu!