Loriot feiert 85. Geburtstag

Er ist ein echter Fürsten-Spross und man kann ihn ohne Zweifel als Meister der Situationskomik bezeichnen. Die Rede ist von Vicco von Bülow alias Loriot. „Das Lachen über mich ist ein Lachen des Wiedererkennens“ gab Loriot, der für sein feines humoristisches Gespür bekannt ist, in einem Interview mit der ZEIT zu Protokoll.

Heute feiert der legendäre Künstler, der Schauspieler, Komödiant, Schriftsteller und Regisseur in einer Person vereint, seinen 85. Geburtstag. Wir gratulieren!

Loriot, geboren 1923 in Brandenburg an der Havel, ist der Sohn des Polizeimajors Johann-Albrecht von Bülow und seiner Frau Charlotte von Roeder. Die Familie von Bülow ist ein mecklenburgisches Adelsgeschlecht, dessen Familienwappen ein Pirol, ein gelber Singvogel aus Afrika, ziert. Ins Französische übersetzt bedeutet Pirol „Loriot“, was Vicco von Bülow dazu brachte, sich den Künstlernamen Loriot zu geben.

Nach dem Abitur schloss Loriot ein Studium in Malerei und Grafik in Hamburg ab und arbeitete dann als Werbegrafiker. Während dieser Zeit schuf er das so genannte Knollenmännchen, dass später typisch für seine Comic-Zeichnungen geworden ist. Loriots bekannteste Zeichentrick-Figur ist der Hund Wum, den er 1971 für eine ZDF-Spendenshow kreierte und mit dem er später sogar Charterfolge mit dem Lied Ich wünsch‘ mir ne kleine Mietzekatze feiern konnte.

Legendär wurde Loriot mit seiner gleichnamigen sechsteiligen TV-Show, die im Jahr 1976 auf Sendung ging. Darin spielte er die unterschiedlichsten Sketche zusammen mit seiner Film-Partnerin Evelyn Hamann. Beide bildeten für lange Zeit das Dreamteam der deutschen Comedy. Sie drehten auch gemeinsam die Filme Ödipussi und Pappa ante portas. Im vergangen Jahr starb Evelyn Hamann nach schwerer Krankheit. „Liebe Evelyn, dein Timing war immer perfekt. Nur heute hast du die Reihenfolge nicht eingehalten. Na warte!“, sagte Loriot in einem bewegenden Nachruf.

Ob Opa Hoppenstedt, Herr Müller-Lüdenscheid oder Paul Winkelmann – Loriot weiß, wie er die Schwächen seiner Mitmenschen satrisch und dabei doch feinfühlig und sympathisch karikieren kann. „Ich zeige ja nur allzu menschliche Dinge, die jedem passieren können und einen großen Wiedererkennungswert haben. Darüber hinaus muss man wach bleiben, nichts als selbstverständlich hinnehmen und sich über alles wundern“, beschrieb der Altmeister der Komik das Geheimnis seines Erfolges.

Auch wenn sich Loriot bereits vor Jahren aus dem Fernsehgeschäft zurückgezogen hat, so kennen die meisten Deutschen – egal ob jung oder alt – auch heute noch Kosakenzipfel, Jodeldiplom oder Steinlaus. Und beim Anblick eines Klaviers ruft man schon fast automatisch „Ein Klavier, ein Klavier!“.