Die schönsten Werke der Weltkultur in 24 Bänden – die neue WELT-Edition Das Erbe der Welt zu den Unesco-Welterbestätten fasst die schönsten Naturräume, Bauwerke, Städteensembles, Kulturlandschaften, Kunstwerke und Industriedenkmäler in einer einmaligen Sammlung zusammen. Mit Aufmachung und Gestaltung knüpft die WELT bewusst an die großen Enzyklopädien an, die früher zu jeder guten Privatbibliothek gehörten.
Jedes der weltweit 878 Kultur- und Naturdenkmäler wird in mehreren Ansichten gezeigt und kurze, aber faktenreiche Texte geben Einblick in historische und wissenschaftliche Hintergründe.
Eine umfassende Dokumentation des Unesco-Welterbes gab es in dieser Form bisher noch nicht. Ein Grund dafür könnte sein, dass die 1972 mit der Welterbekonvention beschlossene und 1975 in Kraft getretene Unesco-Liste fast jedes Jahr etwas länger wird, wenn das World Heritage Committee im Juli über neue Aufnahmeanträge entscheidet.
Das erste deutsche Bauwerk, das Weltkulturerbe wurde, war 1978 der Kaiserdom zu Aachen. Der Kölner Dom, seit 1996 auf der Liste, kann sich „rühmen“, für kurze Zeit auch auf der Roten Liste akut bedrohter Kulturdenkmäler gestanden zu haben: In unmittelbarer Nähe sollten moderne Großbauten entstehen. Doch Köln beugte sich dem Druck der Öffentlichkeit, nachdem diese durch den Unesco-Protest aufmerksam geworden war, und änderte schließlich die Pläne.
Doch leider kann die Unesco nicht jedes unter ihrem Schutz stehende Denkmal bewahren: Erinnern wir uns daran, welch einen Schock es für die Weltöffentlichkeit darstellte, als die Taliban vor sieben Jahren die monumentale Buddha-Statue im afghanischen Bamyan – ein anerkanntes Weltkulturerbe – sprengten.
Der Ort der zerstörten Buddha- Skulpturen in Afghanistan ist seit 2003 übrigens erneut zum Welterbe erklärt worden, mit ihm nun allerdings das gesamte Bamyan-Tal, in dem sich weitere Kult-Stätten befinden.
Das wohl bemerkenswerteste Beispiel von Denkmalschutz auf internationaler Ebene war die Umsetzung der Tempel im Niltal, die durch den Stausee bei Assuan gefährdet waren.
Abu Simbel, Kalabscha und Dutzende andere monumentale, mehrere Jahrtausende alte Bauwerke waren von den Wassermassen des Sees bedroht.
80 Millionen Dollar kostete es, sie auseinander zu schneiden und gut 60 Meter höher wieder neu aufzubauen. Aus 50 Ländern kamen dafür die Spenden zusammen. Die kulturelle Globalisierung hat es inzwischen mit sich gebracht, dass alle 679 Kultur- und 174 Naturdenkmäler auf der Unesco-Liste zwar in 145 Ländern zu bestaunen sind – aber als gemeinsames Welterbe der Menschheit gelten sollten.
Quelle: DIE WELT (Ausgabe: 18.10.2008) und WELT am SONNTAG (Ausgabe: 19.10.2008)
Ein Gastbeitrag von Tina Gerstmeyr, Sammler-Editionen
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