ARD Doku Reihe zeigt, was in Deutschland früher auf den Teller kam
Die Hausfrauen der Nachkriegszeit mussten kreativ sein, um täglich etwas Neues auf den Tisch zu zaubern: Hätten Sie zum Beispiel gedacht, dass man aus Kartoffeln Marzipan oder sogar Schlagsahne machen kann? Richtig gelesen. Diese und weitere Rezepte ließen sich Köchinnen in Krisenzeiten einfallen, um den kargen Speiseplan aufzubessern.
Die neue ARD Doku Reihe „Mahlzeit, Deutschland“ unternimmt eine interessante kulinarische Zeitreise durch die Geschichte der Bundesrepublik. „Von der Hungerküche zur Fresswelle“, „Vom Eisbein zur Pizza“ und „Vom Saumagen zu Sushi“ sind die drei Episoden der ARD Doku, in der die Essgewohnheiten der Deutschen in chronologischer Form betrachtet werden.
Ob DDR Kochbuch, Fast-Food-Duell oder Perfektes Dinner – man könnte meinen, erst in den letzten Jahren sei das Thema Essen in Film, Fernsehen und Literatur in Deutschland populär geworden.
Dabei haben Promi-Köche wie Tim Mälzer, Horst Lafer oder Alfons Schuhbeck einen prominenten Vorgänger, der sich im Fernsehen der Nachkriegszeit in die Töpfe schauen ließ: Clemens Wilmenrod. Er spielt eine wichtige Rolle in der kulinarischen Rückschau der ARD Doku Reihe „Mahlzeit, Deutschland“, da er die Esskultur der Deutschen in der Zeit nach 1945 entscheidend mitgeprägt hat.
Clemens Wilmenrod brachte beispielsweise das „Toast Hawaii“, den „Rumtopf“ oder die „gefüllte Erdbeere“ auf den Speiseplan.
Bekannt wurde Wilmenrod in seiner Sendung „Clemens Wilmenrod bittet zu Tisch“ durch seine kreativen Wortschöpfungen für seine Speisen: Exotisch anmutenden Speisen wie das „Arabische Reiterfleisch“ oder der „Venezianische Weihnachtsschmaus“ entpuppten sich beim Vorkochen zum Beispiel als Hackfleischgericht beziehungsweise panierte Schnitzel.
Auch der Fernsehkoch Clemens Wilmenrod war vor der Parodie nicht sicher: Loriot schuf in Anlehnung an Wilmenrod in seiner Sendung den berühmt berüchtigten Kosakenzipfel und die Kalbshaxe Florida. Und auch das Lieblings-Kochgerät von Clemens Wilmenrod, der „Heinzelkoch“, blieb vor dem Spott nicht verschont: Der Staubsauger „Heinzelmann“ weist verdächtige Ähnlichkeit zum berühmten Fernsehgrill auf.
Der NDR verfilmte das Leben von Fernsehkoch Clemens Wilmenrod: „Wilmenrod – Es liegt mir auf der Zunge“ mit Jan Josef Liefers und Anna Loos in den Hauptrollen.
„Es zeigte sich, dass sich gesellschaftliche Veränderungen immer auch auf der Speisekarte niederschlugen”, umreißt Filmemacherin Katarina Schickling gegenüber der Nordsee Zeitung ihre Beweggründe für die Dokumentation „Mahlzeit, Deutschland“. Anlässlich des 60. Geburtstags der Bundesrepublik hat sie die Volksweisheit „Man ist, was man isst“ aufgegriffen, um auf die spannende Geschichte der „Deutschen Küche“ zurückzublicken.
Die ARD Doku „Mahlzeit, Deutschland“ läuft am 13.07., 20.07 und am 27.07.2009 jeweils um 21 Uhr.
« 7 Tage – 7 Schnäppchen: LED-Libelle, 3er-Set – 7 Tage – 7 Schnäppchen: Alles „in Ordnung“ mit der Multibox »
Die Sichtweise der Dinge kann grundlegend immer geändert werden und so gute Ideen gehören einfach in den Blog.
Kommentar: Bernd W. – 15. Juli 2009 um 22:07