Markus H. Rosenmüller, der Meister des bayerischen Kult-Kinos, hat einen neuen Geniestreich in petto, der am 8. Januar in den deutschen Kinos startet: Die Perlmutterfarbe ist die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Anna Maria Jokl aus dem Jahr 1937, dem Sie den Untertitel Kinderroman für fast alle Leute gab.
Wie bereits bei seinem Kino-Erfolg Wer früher stirbt ist länger tot stehen auch bei Markus H. Rosenmüllers aktuellem Film Die Perlmutterfarbe die Kinder im Mittelpunkt, allen voran der 13-jährige Alexander. Er wird von Markus Krojer gespielt, dem Sebastian aus Wer früher stirbt ist länger tot. Der Realschüler möchte seine Klassenkameradin Lotte beim Malwettbewerb beeindrucken, er weiß nur nicht wie. Als es während einer Pause hektisch zugeht, steckt Alexander versehentlich eine Flasche voll Perlmutterfarbe ein. Das ist die Erfindung seines besten Freundes Maulwurf, eine graue Malfarbe, die nach dem Trocknen hell schimmert.
Als die ganze Klasse A nach dem unbekannten Dieb der Perlmutterfarbe sucht, hüllt sich Alexander in Schweigen und sucht Rat beim zwielichtigen Gruber. Dieser bietet nicht ganz uneigennützig Alexander seine Hilfe an, um die Wahrheit zu verbergen. Gruber schafft es, ein Netz von Intrigen zu spinnen und die beiden Klassen A und B gegeneinander auszuspielen sowie eine Hetzkampagne gegen einen unschuldigen Mitschüler zu starten.
Als „eine Beschreibung von Machtgier und Mitläufertum, Ausgrenzung und Gewaltherrschaft“ fasst Carsten Hueck in seiner Buchbesprechung in der Fankfurter Rundschau das Thema von Perlmutterfarbe zusammen. Anna Maria Jokl schrieb den Roman im Exil in Prag und selbst vor Fertigstellung des Buches musste sie erneut die Flucht ergreifen. Nur durch Zufall gelangte sie an ihr Manuskript, das sie zurücklassen musste, um die Perlmutterfarbe fertig schreiben zu können.
Mit der Art und Weise, wie ein Mitschüler hinterlistig zum Sündenbock gemacht wird, versucht Jokl Parallelen zum in den 30er Jahren aufsteigenden Nationalsozialismus zu ziehen.
Für Markus H. Rosenmüller, der bisher eher mit bayerisch-zünftigem Humor im Kino zu überzeugen wusste, ist der neue Film Die Perlmutterfarbe eine deutlich größere Herausforderung, muss er doch den Spagat zwischen Kinderfilm und sozialkritischen Themen schaffen.
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